
Ein einziger Euro kann in Argentinien an manchen Tagen zwei verschiedene Preise haben, je nachdem, ob du ihn an einem Bankautomaten, in einer Wechselstube oder mit Karte umtauschst. Diese Spanne ist kein Fehler im System, sondern Teil der argentinischen Geldrealität. Wer das nicht weiß, zahlt am Ende deutlich mehr für Hotels, Restaurants und Ausflüge als nötig.
Der argentinische Peso (ARS) gehört zu den Währungen mit der höchsten Inflation weltweit, und sein Wert gegenüber Euro und US-Dollar verändert sich oft innerhalb weniger Wochen spürbar. Für deine Reisekasse bedeutet das: Du brauchst keinen einzelnen Wechselkurs im Kopf, sondern ein Verständnis dafür, welcher Kurs bei Bargeld, Kreditkarte oder Überweisung jeweils greift.
Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Begriffe, Kurse und Zahlungswege ein, die du für eine Reise nach Buenos Aires oder ins übrige Argentinien kennen solltest, und zeigt, wie du Gebühren und schlechte Kurse vermeidest.
Beim Geldwechsel in Argentinien gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Der offizielle Wechselkurs unterscheidet sich oft stark vom inoffiziellen Kurs, was Reisenden Vor- und Nachteile bieten kann.
1 Argentinischer Peso in Euro
Der argentinische Peso trägt den internationalen Währungscode ARS und ist in 100 Centavos unterteilt, auch wenn Centavo-Münzen im Alltag kaum noch eine Rolle spielen. Wichtiger für deine Reise ist, dass der offizielle Wechselkurs selten dem Kurs entspricht, den du tatsächlich beim Bezahlen oder Abheben bekommst.
ARS ist die offizielle Abkürzung für den argentinischen Peso und taucht bei jedem Währungsrechner, jeder Kreditkartenabrechnung und jeder Überweisung auf. Wenn du Kurse online vergleichst oder Geld nach Argentinien überweist, brauchst du genau diesen Code, um Verwechslungen mit anderen Peso-Währungen wie dem mexikanischen oder chilenischen Peso zu vermeiden.
Ein Peso besteht rechnerisch aus 100 Centavos, im Alltag zählen aber fast nur noch Banknoten. Die gängigen Scheine reichen von kleineren Stückelungen bis zu 10.000 Pesos, wobei hohe Scheine wegen der Inflation heute die Standardwährung im Portemonnaie sind. Wegen der schnellen Geldentwertung wechseln die am häufigsten genutzten Scheine immer wieder, deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf aktuelle Banknoten direkt nach der Ankunft.
Der offizielle Wechselkurs wird von der argentinischen Zentralbank festgelegt, spiegelt aber oft nicht das wider, was Wechselstuben, Banken oder Kartenanbieter tatsächlich abrechnen. Seit Lockerungen der Devisenkontrolle unter Präsident Javier Milei bewegt sich der Peso laut einem Bericht zur Reform des Devisensystems innerhalb einer Bandbreite, die monatlich angepasst wird. Für dich als Reisenden zählt am Ende der Kurs, den deine Bank, Wechselstube oder Kreditkarte tatsächlich anwendet, nicht die offizielle Zahl allein.
Für Euro-Reisende ist der Umweg über den US-Dollar oft aussagekräftiger als eine direkte EUR/ARS-Angabe, weil sich viele Kurse in Argentinien am Dollar orientieren.
In Argentinien existieren 2026 mehrere Kurse gleichzeitig, und welcher für dich zählt, hängt von der Zahlungsmethode ab. Bargeldumtausch, Kartenzahlung und Geldtransfer per Western Union können an ein und demselben Tag unterschiedliche Beträge in Pesos ergeben.
Der offizielle Kurs ist die Referenzgröße der Zentralbank, nach der sich Banken und offizielle Wechselstuben richten. Nach der Lockerung der Devisenkontrolle unter Milei näherte sich dieser Kurs laut einem Bericht des Handelsblatts stärker an die tatsächliche Marktlage an, blieb aber weiterhin volatil. Für Touristen bildet er die Ausgangsbasis, nicht zwingend den besten erreichbaren Kurs.
Der Dólar Blue ist ein informeller Marktkurs für den US-Dollar, der sich außerhalb des offiziellen Bankensystems bildet. Er lag über Jahre spürbar über dem offiziellen Kurs und diente vielen Argentiniern als Signal für den tatsächlichen Wert ihrer Währung. Wechselgeschäfte auf diesem informellen Markt sind rechtlich nicht abgesichert; seriöser Umtausch bei Banken, offiziellen Casas de Cambio oder über Kartenzahlung bleibt die verlässlichere Wahl.
Der MEP-Kurs (Mercado Electrónico de Pagos) ist ein legaler Marktkurs, der über den Kauf und Verkauf von Anleihen entsteht und sich häufig näher am Dólar Blue als am offiziellen Kurs bewegt. Kartenzahlungen mit Visa oder Mastercard werden in der Regel zu einem Kurs abgerechnet, der sich an diesem Marktniveau orientiert, wie eine Einordnung zu Kartenzahlungen 2026 zeigt.
Damit du auf einen Blick siehst, welcher Kurs bei welcher Zahlungsmethode greift:
| Kurs | Wer legt ihn fest? | Wann greift er für dich? | Für Touristen relevant? |
|---|---|---|---|
| Offizieller Kurs | Zentralbank | Bei Bankgeschäften, offiziellem Umtausch | Ausgangsbasis, meist nicht der beste Kurs |
| Dólar Blue | Informeller Markt | Beim inoffiziellen Straßenumtausch | Rechtlich riskant, nicht empfohlen |
| MEP-Kurs | Elektronischer Anleihemarkt | Bei Kartenzahlung mit Visa/Mastercard | Meist die praktischste und beste Option |
| Western-Union-Kurs | Anbieter selbst, marktnah | Bei Geldtransfer und Barauszahlung vor Ort | Gut, wenn Kurs vorab transparent genannt wird |
Eine Kombination aus etwas Bargeld, gelegentlichen Kartenzahlungen und einem Transfer per Western Union liefert in der Praxis meist die günstigste Mischung. Welcher Anteil sich lohnt, hängt davon ab, wie lange du bleibst und wie oft du in kleinen Geschäften oder auf Märkten zahlst, wo Karten nicht immer akzeptiert werden.
Interaktiv
Derselbe Betrag, vier Wege – Geldautomat, Kreditkarte, Western Union und Casa de Cambio. Der Rechner zieht Gebühren ab und zeigt dir, wie viele Peso am Ende übrig bleiben.
Bester Weg für 100 €
184.700 ARS
Western Union · effektiv 1.847 ARS je Euro
100 € · Kurse und Gebühren Stand 20.09.2026 · Tageskurs vor dem Umtausch prüfen
Bester Weg
Western Union
Verlust am schlechtesten Weg
38.500 ARS · 21 €
Abhebungen am Automaten
2 × 15.000 ARS Gebühr
Was nach Gebühren ankommt (100 €)
Western Union
184.700 ARSKurs 1.847 ARS je Euro · Transfergebühr 0 € · effektiv 1.847 ARS je Euro
Casa de Cambio (Euro-Blue)
178.000 ARSKurs 1.780 ARS je Euro · keine Gebühr · effektiv 1.780 ARS je Euro
Kreditkarte (Visa/Mastercard)
175.300 ARSMEP-Kurs 1.784 ARS je Euro · −1,75 % Auslandseinsatzentgelt · effektiv 1.753 ARS je Euro
Geldautomat
146.200 ARSOffizieller Kurs 1.780 ARS je Euro · 2 Abhebungen × 15.000 ARS + 1 % Fremdwährungsgebühr · effektiv 1.462 ARS je Euro
Kurse fast angeglichen: Der Dólar Blue liegt am 20.09.2026 bei 1.550 ARS und damit nur rund 1,0 % über dem offiziellen Verkaufskurs von 1.535 ARS. Der MEP-Kurs (1.538 ARS) ist praktisch deckungsgleich. Die früher 15 bis 20 Prozent Abstand, die viele Reiseberichte nennen, sind damit verschwunden – der Weg zählt heute mehr als der Kurs.
Was daraus für dich folgt: Kartenzahlung im Restaurant und im Supermarkt ist über den MEP-Kurs heute der bequemste Weg und liegt nur gut 5 Prozent unter Western Union. Bargeld brauchst du trotzdem – kleine Läden, Märkte und Taxis nehmen oft keine Karte. Geldautomaten sind nur für kleine Zwischenbeträge sinnvoll.
Die Kurse wandern in Argentinien schnell. Trage hier die Werte deines Reisetages ein – der Vergleich rechnet sofort neu. Alle Voreinstellungen stammen aus den unten genannten Quellen.
Kurse werden beim Laden automatisch geholt – falls das nicht klappt, gelten die Werte vom 20.09.2026.
Kursquellen (abgerufen am 20.09.2026):
Automatischer Abruf: Mit dem Haken „Live-Kurse beim Laden automatisch holen“ liest das Widget beim Seitenaufruf die Kurse von dolarapi.com (Offiziell, Blue, MEP sowie die offiziellen EUR- und USD-Kurse des Banco Nación) und nutzt open.er-api.com als Rückfall. Dabei wird die IP-Adresse des Besuchers an diese Anbieter übertragen. Ohne Haken passiert kein externer Aufruf – es gelten die unten genannten Werte. Gebühren werden nie automatisch übernommen.
Der Vergleich ist eine Orientierung, keine Zusage: Kurs, Gebühr und Limit hängen von deiner Bank, dem Automaten und dem Anbieter ab. Prüfe den angezeigten Kurs vor jeder größeren Transaktion – und lehne die Abrechnung in Euro konsequent ab.
Die meisten Ratgeber zu Geld in Argentinien behandeln das ganze Land pauschal – dabei unterscheidet sich die Zahlungsrealität zwischen Buenos Aires und den Provinzen teils erheblich. Wer diesen Unterschied unterschätzt, steht in entlegenen Regionen schnell ohne funktionierende Zahlungsmöglichkeit da.
In Buenos Aires und anderen Großstädten wie Córdoba oder Rosario sind Kartenzahlung und Geldautomaten flächendeckend verfügbar, oft sogar in kleinen Cafés und Kiosken. Sobald du jedoch in touristische, aber ländlich geprägte Regionen wie Patagonien, El Chaltén, die Iguazú-Wasserfälle oder abgelegene Weinorte rund um Mendoza reist, sinkt die Dichte an funktionierenden Geldautomaten spürbar. Viele kleinere Unterkünfte, Ausflugsanbieter und Restaurants außerhalb der Städte akzeptieren dort ausschließlich Bargeld, teils sogar nur US-Dollar oder Pesos, keine Karten.
Automaten in entlegenen Orten fallen häufiger aus, sind öfter leer oder haben noch niedrigere Auszahlungslimits als ohnehin schon in den Großstädten üblich. Wer sich erst vor Ort in Patagonien oder im Norden des Landes auf einen funktionierenden Geldautomaten verlässt, riskiert im schlimmsten Fall, tagelang ohne ausreichend Bargeld dazustehen, etwa wenn der einzige Automat im Ort außer Betrieb ist.
Besorge dir vor jeder Weiterreise aus Buenos Aires, Córdoba oder einer anderen größeren Stadt in eine ländliche Region ausreichend Bargeld für die gesamte Zeit vor Ort, plus einen Puffer für Unvorhergesehenes. Als grobe Orientierung gilt: Rechne für mehrtägige Aufenthalte in abgelegenen Gebieten mit dem 1,5- bis 2-fachen deines geschätzten Tagesbedarfs in bar, da du unterwegs kaum Möglichkeiten hast, nachzutauschen oder Karten einzusetzen. Prüfe zusätzlich vorab, ob dein Zielort überhaupt einen Geldautomaten hat, viele kleine Orte in Patagonien oder im Nordwesten Argentiniens haben keinen einzigen.
Neben Wechselkursen und Zahlungsmethoden gibt es ein praktisches Problem, das viele Reisende erst vor Ort bemerken: der Umgang mit Trinkgeld und kleinen Scheinen in einer Währung, die von hoher Inflation geprägt ist.
Trinkgeld, in Argentinien Propina genannt, liegt in Restaurants und Cafés üblicherweise bei rund 10 Prozent der Rechnungssumme, wird aber wegen der Inflation nicht immer verlässlich in festen Peso-Beträgen kommuniziert. Da sich Preise und damit auch übliche Trinkgeldsummen innerhalb weniger Monate spürbar verändern können, orientiere dich am besten am Prozentsatz der Rechnung statt an einem festen Betrag, den du vor der Reise irgendwo gelesen hast. In vielen Lokalen wird die Propina nicht automatisch aufs Kartenterminal gebucht, sondern separat in bar erwartet, was zusätzlichen Bedarf an kleinen Scheinen erzeugt.
Geldautomaten geben in Argentinien häufig ausschließlich große Scheine wie 10.000-Peso-Noten aus, da kleinere Stückelungen wegen der Inflation kaum noch im Umlauf sind. Für Taxifahrer, kleine Kioske, Marktstände oder Trinkgeld ist das ein echtes Problem, da diese Anbieter oft schlicht nicht genug Wechselgeld für einen großen Schein vorrätig haben. Das führt in der Praxis dazu, dass Zahlungen mit großen Scheinen abgelehnt werden oder du auf eine ungünstige Rundung zu deinen Ungunsten hingewiesen wirst.
Wechsle größere Scheine gezielt in Supermärkten, größeren Restaurants oder Hotels, die in der Regel über genug Wechselgeld verfügen, bevor du sie in kleinen Geschäften oder bei Taxifahrern einsetzt. Praktisch bewährt sich außerdem, direkt nach dem Abheben am Automaten oder nach dem Umtausch in einer Casa de Cambio gezielt nach kleineren Stückelungen zu fragen, auch wenn dies nicht immer möglich ist. Halte für Trinkgelder, Taxifahrten und kleine Einkäufe stets eine separate Reserve an kleineren Scheinen bereit, getrennt von deinem Hauptvorrat an großen Scheinen, damit du im Alltag nicht ständig auf Wechselgeld angewiesen bist.
Eine kluge Reisekasse verteilt sich auf mehrere Quellen statt auf eine einzige. Reisende, die nur auf eine Zahlungsmethode setzen, laufen Gefahr, entweder zu wenig Bargeld für kleine Zahlungen zu haben oder bei Kartenausfällen ohne Alternative dazustehen.
Vergleiche vor der Reise, welche Gebühren deine Bank für Kartenzahlungen und Abhebungen im Ausland berechnet. Achte zusätzlich auf niedrige tägliche Auszahlungsgrenzen an Automaten, die die Gebühr pro abgehobenem Betrag erhöhen – Details dazu findest du im Abschnitt zu Geldautomaten weiter oben.
Teile größere Bargeldsummen auf mehrere Orte im Gepäck auf, statt sie an einem Ort zu bündeln. Bewahre zusätzlich alle Umtauschbelege und Kartenabrechnungen bis zur Heimreise auf, falls es zu Rückfragen kommt.
Diese Punkte helfen bei der Vorbereitung:
Der argentinische Peso bleibt 2026 eine Währung mit mehreren gleichzeitig geltenden Kursen. Entscheidend für deine Reise ist nicht der einzelne Tageskurs, sondern die Methode, mit der du zahlst: Kartenzahlung orientiert sich meist am MEP-Kurs, Bargeldumtausch läuft über Casas de Cambio, und Western Union kann für größere Transfers eine gute Ergänzung sein.
Prüfe Kurse vor jeder größeren Zahlung erneut, vermeide dynamische Währungsumrechnung und bewahre Belege auf – damit bleibt deine Reisekasse auch bei einem schwankenden Peso planbar. Und denke daran: Sobald du Buenos Aires oder andere Großstädte verlässt, wird Bargeld wichtiger als Karte, also plane deinen Bargeldpuffer für die Provinz rechtzeitig ein.
Reisende nach Argentinien haben oft Fragen zur Währung und zum Umgang mit Geld vor Ort. Die folgenden Antworten bieten wichtige Informationen zu Zahlungsmitteln, Wechselkursen und finanziellen Aspekten einer 2 Wochen Argentinien Rundreise.
Nein, direkt mit Euro-Bargeld bezahlen lässt sich in Argentinien praktisch nirgends. Geschäfte, Restaurants und Hotels akzeptieren fast ausschließlich Pesos. Wer mit Euro anreist, sollte diese in einer offiziellen Casa de Cambio oder Bank in Pesos umtauschen, denn selbst in touristischen Zentren wie Buenos Aires nehmen die wenigsten Anbieter Euro-Scheine an. Reise idealerweise gleich mit US-Dollar an, da sich diese leichter und zu besseren Kursen tauschen lassen als Euro.
Das hängt von deiner Zahlungsmethode ab:
| Zahlungsweg | Kurs, der greift | Praxistipp |
|---|---|---|
| Geldautomat | Meist nahe am offiziellen Kurs, aber mit fixer Gebühr pro Abhebung | Nur für kleine Zwischenbeträge nutzen |
| Kreditkarte (Visa/Mastercard) | MEP-Kurs, meist der günstigste Weg | Immer Abrechnung in Pesos wählen, nie in Euro |
| Casa de Cambio | Variiert je Anbieter, oft nahe am Marktniveau | Kurse bei mehreren Wechselstuben vergleichen |
| Western Union | Marktnaher Kurs, transparent vor dem Senden einsehbar | Kurs vor der Transaktion genau prüfen |
Für die meisten Reisenden ist die Kombination aus Kreditkarte (für größere Beträge) und etwas Bargeld aus einer Casa de Cambio (für kleine Zahlungen) die praktikabelste Lösung.
Ja, deutlich. Während Buenos Aires eine hohe Dichte an Geldautomaten und breite Kartenakzeptanz bietet, sind in Regionen wie Patagonien, rund um die Iguazú-Wasserfälle oder in ländlichen Teilen von Mendoza Geldautomaten seltener, fallen häufiger aus oder haben niedrigere Limits. Besorge dir deshalb vor der Weiterreise aus einer größeren Stadt ausreichend Bargeld für die gesamte geplante Zeit vor Ort, plus einen Sicherheitspuffer, da du unterwegs kaum Möglichkeiten hast nachzutauschen.

Lebt in Südamerika und kennt den Kontinent wie seine Westentasche.



